Gezeitenwechsel

Nach Wochen, ungezählt, in kurzer Bekleidung, den beringten Zeh nackt ins Licht gestreckt, wenn nicht in Stiefel gebettet in felsiger Höhe, gestern noch in den südlichen Alpen geschwitzt, sehe ich heute eine Wolke, wenn ich ausatme in die herbstliche Kühle. Die Jacke ist bis zum Kinn hochgezogen, Regentropfen akupunktieren das Gesicht, Wind schmerzt am Ohr.

Ich schaue hinein in den dunklen Forst, aus dem eben der Greif gellend entwichen, und ich spüre den rauen, moosigen Atem des Wilden Mannes. Dann trete ich in den Tann, ins Reich der Frösche, des Geheimnisses verwesender Vögel und bebender Rehe, und lächle.

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3 Gedanken zu „Gezeitenwechsel

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